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Das Schlachtfeld der Gedanken

Hebräer 4:12-13

Gottes Wort ist voller Leben und Kraft. Es ist schärfer als die Klinge eines beidseitig geschliffenen Schwertes, dringt es doch bis in unser Innerstes, bis in unsere Seele und unseren Geist, und trifft uns tief in Mark und Bein. Dieses Wort ist ein unbestechlicher Richter über die Gedanken und geheimsten Wünsche unseres Herzens. Gottes Augen bleibt nichts verborgen; vor ihm ist alles sichtbar und offenkundig. Jeder Mensch muss Gott Rechenschaft geben.

 

Weshalb vergleicht der Autor, nachdem er über den Unglauben des Volkes Israels gesprochen hat, das Wort Gottes mit einem Schwert? Und wofür sind die zwei Seiten des Schwertes?

Der Glaube entspringt in unserem Herzen. Es ist nicht ein rationales Wissen, sondern eine tiefe Überzeugung. Wie ich gestern etwas verbildlicht habe, sind unser Wissen und unsere Überzeugungen nicht immer identisch. Deshalb transformiert sich unser Inneres zu einem Schlachtfeld: Ich weiss, Gott ist gut, aber ich erlebe zur Zeit etwas anderes.

Wenn wir nicht an unseren Gedanken und Überzeugungen aktiv arbeiten, verlassen wir uns automatisch auf Erfahrungen, weltliche Weisheiten, auf Philosophien und Stressbewältigungsprogramme. Wenn wir aber Gottes Wort studieren und verinnerlichen, wird das unsere Gedanken und schlussendlich unsere Überzeugungen verwandeln. Dann können wir die Spannung aushalten und werden Gottes Verheissungen auch erleben. Wir werden in seinen Frieden eintreten können. Wir werden wie David in Psalm 23, 5 singen können: Du lädst mich ein und deckst mir den Tisch selbst vor den Augen meiner Feinde. Lass mich diesen Vers erklären:

Wenn Könige Krieg geführt hatten, war es normal, dass die Gewinner auf dem Schlachtfeld ein Festmahl feierten. David sagt mit diesem Psalm, dass er mit Gott so sicher ist, dass er gewinnen wird, dass er bereits dann, wenn die Feinde noch vor ihm sind und er im Kampf ist, das Festmahl des Sieges feiern kann! Genau das dürfen auch wir tun: Inmitten unserer Kämpfe dürfen wir das Abendmahl einnehmen und den Sieg Jesu feiern. Er hat bereits gesiegt und der Sieg gehört auch mir.

Warum ist das Schwert nun aber zweischneidig? Was bedeutet das? Ich möchte euch dazu etwas erzählen: Als ich an einer chronischen Darmerkrankung litt, fühlte ich mich sehr von den zwei Seiten der Gesetzlosigkeit und der Gesetzlichkeit hin- und hergerissen: an einem Tag wollte ich so viel Süssigkeiten in mich hineinstopfen wie ich nur konnte, da ich mit Jesus ja in der Freiheit lebe und an anderen Tagen verbot ich mir jegliche Art von Zucker, Weissmehl und Milch, sodass ich mich ziemlich anstrengen musste, um noch etwas Essbares zu finden. Ich litt sehr unter dieser Spannung und wusste wirklich nicht, was richtig war. Beides schien irgendwie nicht zu funktionieren und mein Blick war nicht mehr auf Jesus, sondern auf das Essen gerichtet. Egal was ich ass, ich hatte immer ein schlechtes Gewissen. Ich war so verwirrt. Doch genau da kommt das zweischneidige Schwert ins Spiel. Dieses Schwert schlägt Gegner von Links, der Gesetzlosigkeit, als auch von rechts, der Gesetzlichkeit, und führt dich direkt in die Freiheit.

Wir brauchen nicht religiös zu werden, denn Gottes zweischneidige Schwert, die Wahrheit, deckt jede Heuchelei, Selbsttäuschung etc. in uns auf. Es teilt Licht von Finsternis, Religiosität von wahrem Glauben, Liebe von Hass,... Es bringt Freiheit!

Gottes Wort bringt Klarheit in unser Gedanken-Wirrwar. Wenn wir bereit sind, unsere eigene Logik loszulassen, werden wir die Hände frei haben, um Gottes Wort zu ergreifen. Und Gottes Wort ist Jesus Christus. Sein Sieg ist mein Sieg. Ich darf glauben und mich freuen.



«Mit diesen Waffen bringen wir ´eigenmächtige` Gedankengebäude zum Einsturz und reißen allen ´menschlichen` Hochmut nieder, der sich gegen die ´wahre` Gotteserkenntnis auflehnt. Das ganze ´selbstherrliche` Denken nehmen wir gefangen, damit es Christus gehorsam wird.»

2. Kor. 10, 4-6