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Die Augen des Herzens öffnen

Hebräer 10,32-39

Erinnert euch nur einmal an die Zeit, kurz nachdem ihr die Wahrheit kennen gelernt habt und Christen geworden seid. Damals musstet ihr euch in einem schweren und leidvollen Kampf bewähren. Viele von euch wurden in aller Öffentlichkeit verspottet und gequält; andere halfen denen, die so leiden mussten. Ihr habt mit den Gefangenen gelitten, und ihr habt es sogar mit Freuden ertragen, wenn man euch euer Hab und Gut wegnahm. Denn ihr wisst, dass ihr durch Christus etwas viel Besseres besitzt, einen bleibenden Wert. Werft nun eure Zuversicht nicht weg! Es wird sich erfüllen, worauf ihr hofft. Aber ihr müsst standhaft bleiben und tun, was Gott von euch erwartet. Er wird euch alles geben, was er zugesagt hat. Denn das steht fest: »Schon bald wird der kommen, der angekündigt ist. Er wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Nur wer mir, Gott, vertraut, wird meine Anerkennung finden und leben. Wer aber zurückweicht und aufgibt, an dem werde ich kein Gefallen finden.« Doch wir gehören nicht zu denen, die zurückweichen und verloren gehen. Wir gehören zu denen, die am Glauben festhalten und das ewige Leben gewinnen.

 

Gleich im ersten Vers wird davon berichtet, dass der Leserschaft die Augen für die Wahrheit des Evangeliums geöffnet wurden. Tatsächlich sagt Jesus, dass es alleine der Geist Gottes ist, der uns zeigen kann, dass wir ohne Jesus verloren wären (Joh. 16,8). Es war also der Heilige Geist, der ihnen die Augen für Gottes Wahrheit öffnete. Diese Erleuchtung half den Angesprochenen, trotz Bedrängnis, Leid und öffentlichen Beschimpfungen Gott treu zu bleiben. Sie haben es sogar mit Freuden hingenommen, weil sie wussten, was für ein unvergänglicher Schatz auf sie warten wird. Sie waren voll und ganz auf Gottes Wahrheiten fokussiert und glaubten daran.

Vor kurzem sass ich in meinem Auto auf dem Weg ins Einkaufszentrum und bemerkte, dass der Scheibenwischer nicht mehr gut funktionierte, da ein Teil des Gummis abgefallen war. Ich empfand die Reparatur nicht so dringend. Vor dem Einkaufszentrum sah ich aber gleich eine Autowerkstatt. Kurz entschlossen ging ich bei ihnen vorbei und innert kürzester Zeit war der Scheibenwischer repariert. Am nächsten Tag fuhren wir als Familie mit dem Auto in die Ferien, als plötzlich dunkle Wolken aufzogen und es heftig zu regnen begann. Plötzlich dachte ich daran, dass ich erst gestern die Scheibenwischer repariert habe und mir war sofort klar: hätte ich das nicht gemacht, hätten wir keine Chance gehabt, um an diesem Tag in die Ferien zu fahren. Wie wichtig eine gute Sicht ist!

Auch in unseren Leben gibt es nicht immer nur Sonnentage. Und auch wir brauchen immer mal wieder eine Reparatur unserer Scheibenwischer. Unser Automechaniker ist der Heiligen Geist: denn er ist es, der uns «zum vollen Verständnis der Wahrheit» (Joh. 16, 13) führen wird. So schnell passiert es, dass wir den Umständen mehr zu glauben beginnen als dem Wort Gottes, der einzigen Wahrheit. Die Wahrheit, die unsere stärkste Waffe ist und uns ein Leben im Sieg verspricht!

Oder wir sind zu stolz, als dass wir unseren Mitmenschen vergeben könnten. In Matth. 7, 5 heisst es: «Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge; dann wirst du klar sehen und kannst den Splitter aus dem Auge deines Bruders ziehen.»

Wenn wir keine klare Sicht haben, werden wir beginnen, unsere Lebensumstände, Gott und sein Wort anders zu interpretieren, was sehr gefährlich ist. Ich erzählte euch gestern über mein Erlebnis bezüglich den Lebensmittelunverträglichkeiten. In dem Moment, als Gott zu mir sprach, war ich wütend auf Gott. Ich liess mir meine Augen nicht von Gottes Geist erleuchten, sondern schaute auf meine Umstände, bemitleidete mich selbst und klagte Gott an. Dies führte dazu, dass ich einen betrübten Blick hatte, ich ihn nicht mehr als einen gütigen, sondern als einen fordernden und geizigen Gott sah. Dies aber nicht, weil er tatsächlich so war, sondern weil ich meinen Blick trüben liess. Ich fuhr in dem Regen, ohne meine Scheibenwischer repariert zu haben. Unvergebenheit schadet dir weit mehr als dem, der dir Leid angetan hat. Gott will nicht, dass wir Schaden nehmen! Er will, dass wir in seiner Liebe und Güte geborgen sind. Unter anderem deshalb gibt er uns sein Gebot, Gott und einander zu lieben. Wir gehorchen nicht, weil wir dadurch Errettung bekommen würden. Wir danken ihn für seine Erlösung, legen Wert auf seine Wünsche und sind froh zu wissen, dass er sich auch das Beste für uns wünscht! Deshalb bringt wahrer Glaube gute Werke als Frucht hervor.

Er öffne euch die Augen des Herzens, damit ihr erkennt, was für eine Hoffnung Gott euch gegeben hat, als er euch berief, was für ein reiches und wunderbares Erbe er für die bereithält, die zu seinem heiligen Volk gehören, und mit was für einer überwältigend großen Kraft er unter uns, den Glaubenden, am Werk ist.

Eph. 1, 18+19