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Gott hat es geschafft

Hebräer 7,1-20

Melchisedek war König von Salem und ein Priester des höchsten Gottes. Als Abraham aus der Schlacht gegen die Könige siegreich zurückkehrte, ging ihm Melchisedek entgegen und segnete ihn. Abraham gab ihm damals den zehnten Teil seiner ganzen Kriegsbeute. Der Name Melchisedek bedeutet »König der Gerechtigkeit«. Er heißt aber auch König von Salem, das bedeutet »König des Friedens«. Weder der Vater noch die Mutter von Melchisedek sind bekannt, auch keiner seiner Vorfahren. Man weiß nicht, wann er geboren, auch nicht, wann er gestorben ist; sein Leben war gewissermaßen ohne Anfang und ohne Ende. Er gleicht dem Sohn Gottes und bleibt Priester für alle Zeit. Wie bedeutend muss dieser König und Priester sein, dem Abraham, der Stammvater Israels, den zehnten Teil seiner Siegesbeute übergab! Zwar haben die jüdischen Priester als Nachkommen von Levi ein Anrecht darauf, von den Angehörigen ihres Volkes den zehnten Teil vom Ernteertrag zu bekommen; und das, obwohl sie ihre Brüder sind und wie diese von Abraham abstammen. Melchisedek aber gehörte gar nicht zu Abrahams Volk. Dennoch nahm er den zehnten Teil der Beute an und segnete Abraham, dem Gott seine Zusagen gegeben hatte. Nun steht ohne jede Frage der Segnende über dem, der den Segen empfängt. Die jüdischen Priester, die den zehnten Teil der Ernte erhalten, sind sterbliche Menschen. Mit Melchisedek aber nahm einer den zehnten Teil entgegen, von dem die Heilige Schrift bezeugt, dass er lebt. Indem Abraham Melchisedek ein Zehntel der Beute gab, hat dies sozusagen auch Levi getan, obwohl er als Priester doch selbst den zehnten Teil empfängt. Zwar war Levi damals noch gar nicht geboren, aber bei Abrahams Begegnung mit Melchisedek stand schon fest, dass Levi zu Abrahams Nachkommen zählen würde. Das Priestertum der Leviten – und das Gesetz kennt nur dieses Priestertum – konnte uns offensichtlich nicht ans Ziel bringen und mit Gott versöhnen. Sonst hätte Gott doch nicht einen ganz anderen Priester vom Rang Melchisedeks zu uns schicken müssen. Dann hätte auch ein Priester vom Rang Aarons genügt. Setzt Gott nun aber ein anderes Priestertum ein, dann muss auch das Gesetz geändert werden. Immerhin kommt ja Christus, von dem hier die Rede ist, aus einem Stamm unseres Volkes, von dem nie einer als Priester am Altar Gottes gedient hat. Denn wie jeder weiß, gehört unser Herr Jesus Christus zum Stamm Juda, obwohl Mose nie gesagt hat, dass aus diesem Stamm Priester kommen würden. Schickt Gott also einen anderen Priester, einen vom Rang Melchisedeks, zu uns, dann wird ganz klar, dass er damit eine besondere Absicht verfolgt. Denn Christus ist nicht aufgrund menschlicher Verordnungen und Gesetze Hoherpriester geworden, sondern weil in ihm unzerstörbares, ewiges Leben ist. So heißt es ja von Christus: »In alle Ewigkeit sollst du ein Priester sein, so wie es Melchisedek war.« Die alte Ordnung ist damit ungültig geworden; sie war wirkungslos und brachte keinen Nutzen. Das Gesetz, so wie es uns von Mose übergeben wurde, konnte uns nicht ans Ziel bringen und mit Gott versöhnen. Doch jetzt haben wir die Gewissheit, dass wir wirklich zu Gott kommen dürfen. Gott hat das neue Priestertum durch einen Eid bekräftigt; die Leviten aber sind ohne Schwur Priester geworden.

 

Jesus Christus verkörpert den neuen Bund und die Güte Gottes. Er ging uns voraus in das Allerheiligste und wir folgten ihm. Durch ihn haben wir den direkten Zugang zu Gott. Er wurde der Hohepriester in Ewigkeit. Wer ist nun aber Melchisedek?

Von ihm weiss man nicht viel. Weder seine Eltern, noch seine Geburt oder sein Tod werden in der Bibel erwähnt. Sein Priestertum war nach der gleichen Art, wie das ewige Priestertum von Jesus, denn es war universal (König des Friedens), königlich, gerecht, friedvoll und endlos. Die Tatsache, dass Abraham dem Melchisedek den Zehnten gab und von ihm gesegnet wurde, zeigt, dass Melchisedek über Abraham erhaben ist.

Das levitische Priesteramt wurde von sterblichen Menschen ausgeführt. Deshalb brauchte es verschiedene Priester, da diese starben und nicht wie Jesus ewig lebten. Zudem war es an einen Bund geknüpft, der Gott mit den Menschen schloss. Wer also sündigte, spürte den Zorn Gottes, wer hingegen gut lebte, erfuhr seinen Segen. Der neue Bund hingegen wurde zwischen Gott und Jesus geknüpft und durch Glauben werden auch wir darin mit eingeschlossen. Da Jesus niemals sündigt, werden wir, die in ihm Leben, auch Gottes Zorn nicht mehr erfahren müssen. Deshalb heisst es in Hebr. 4,16 auch:

Er tritt für uns ein, daher dürfen wir voller Zuversicht und ohne Angst vor Gottes Thron kommen. Gott wird uns seine Barmherzigkeit und Gnade zuwenden, wenn wir seine Hilfe brauchen.

Errettung ist gewiss, da sie nicht von unseren Werke, sondern von dem vollbrachten Werk Jesu abhängt. Jesus hat das Gesetz, das wir aus eigener Kraft nie hätten erfüllen können, für uns erfüllt und uns dadurch vollkommen gemacht, sodass wir nun mutig vor Gott treten dürfen, ohne Angst vor seinem Zorn. Alles, was wir an Zorn verdient hätten, hat Jesus am Kreuz bereits auf sich genommen! Er ist sozusagen unser Schild, der uns vor allen feindlichen Anklage-Attaken bewahrt. Mein Versagen kann den neuen Bund nicht ungültig machen, er gilt für mich, solange ich in Jesus bleibe und er in mir. Denn Jesus gab sich als Opfer hin.

Nach dieser Erklärung zu den zwei unterschiedlichen Weisen an Priestertum kommt der Autor zur berechtigten Frage: Wenn das Priestertum nach der Weise von Aaron schon vollkommen gewesen wäre, weshalb bräuchte es dann noch ein anderes Priestertum nach der Weise von Melchisedek? Zudem kamen weder Melchisedek noch Jesus aus dem Stamm Levi. Laut dem mosaischen Gesetz war das Priesteramt vererbbar, sodass nur Personen aus dem Stamm Levi Priester werden konnten. Nun kommen wir zu meinem Lieblingspunkt: Aaron kam aus dem Stamm Levi, was Gesetz bedeutet. Jesus hingegen kam aus dem Stamm Juda, was Gott loben bedeutet! Wie wir gestern gesehen haben, ist Lob einer der stärksten Ausdrücke des Glaubens. So beschreibt auch Paulus in Römer 4, dass wir entweder aus uns selbst heraus unter dem Gesetz versuchen können, gute Werke zu tun, oder an das vollkommene Werk von Jesus Christus glauben können und uns unsere Rechtfertigung schenken lassen können!


Wir müssen uns entscheiden: wollen wir unserem Leben Gott loben, ihm danken für sein vollbrachtes Werk oder wollen wir es selbst versuchen und uns selbst die Ehre geben?

»Wenn jemand auf etwas stolz sein will, soll er auf das stolz sein, was Gott für ihn getan hat!«

Kor. 1, 31