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Sind wir bereit, Gehorsam zu lernen?

Hebräer 5,4–14

Niemand kann sich selbst zum Hohenpriester ernennen. Gott beruft in diese Aufgabe, so wie er es mit Aaron getan hat. Auch Christus hat sich nicht die Würde des Hohenpriesters angemaßt. In diese Aufgabe hat Gott ihn berufen, als er zu ihm sprach: »Du bist mein Sohn, heute bin ich dein Vater geworden.« Oder wie Gott an anderer Stelle sagt: »In alle Ewigkeit sollst du ein Priester sein, so wie es Melchisedek war.« Als Jesus unter uns Menschen lebte, schrie er unter Tränen zu Gott, der ihn allein vom Tod retten konnte. Und Gott erhörte sein Gebet, weil Jesus den Vater ehrte und ihm gehorsam war. Dennoch musste auch Jesus, der Sohn Gottes, durch sein Leiden Gehorsam lernen. Als er darin vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, zum Retter und Erlöser geworden. Gott selbst hat ihn für uns zum Hohenpriester eingesetzt, so wie Melchisedek.

Werdet endlich im Glauben erwachsen! Darüber hätten wir euch noch sehr viel mehr zu sagen. Aber weil ihr so wenig hinhört, ist es schwer, euch etwas zu erklären. Eigentlich müsstet ihr es in eurem Glauben schon zum Meister gebracht haben und andere unterweisen. Tatsächlich aber seid ihr erst wie Lehrlinge, denen man die allerersten Grundlagen von Gottes Botschaft beibringen muss. Wie Säuglingen kann man euch nur Milch geben, weil ihr feste Nahrung noch nicht vertragt. Wer noch Milch braucht, ist ein kleines Kind und versteht nicht, was die Erwachsenen reden. Ein Erwachsener kann feste Nahrung zu sich nehmen. Nur wer seine Urteilsfähigkeit geschult hat, der kann auch zwischen Gut und Böse unterscheiden.

 

Jesus hat Gott laut V7 vor seinem Tod um seine Auferstehung gebeten und angefleht (Messianisches Gebet in Ps. 16, 9+10). Gott hat ihn erhöht und ihm somit alles gegeben, um siegreich aus dem Kampf gegen die Sünde und den Tod herauszutreten. Weißt du, dass diese Kraft auch in uns ist, wenn Jesus in uns ist? Allen, die Gott gehorchen, ist er zum ewigen Heil, das heisst zur ewigen Errettung geworden (V9)! Dieser Vers ist sensationell, enthält aber auch Potential zu Missverständnis: Wir können unsere Erlösung nicht durch Gehorsam erkaufen. Vielmehr ist der Gehorsam ein Ausdruck unserer Liebe zu und Glauben an Gott. Gehorsam ist extrem wichtig! Wir sollen nicht gegen Gott und seine Urteile rebellieren!

Ich glaube sogar, dass es nicht möglich ist, den Gehorsam von Glauben zu trennen. Wer glaubt, der zeigt das unter anderem darin, dass er gehorcht. Wenn ich glaube, dass Gott gut ist und er IMMER die bessere Lösung hat als ich, werde ich seinen Wegen auch gehorchen. Je mehr wir in unserem Glauben wachsen, desto mehr werden wir auch gehorchen. Gehorsam hat also auch mit Wachstum zu tun, mit einem Reifeprozess. Deshalb sagt der Autor, bevor er mit der Erklärung der Beziehung zwischen Melchisedek und Jesus weiter fährt, dass sie wie Unreife sind, die noch Milch nötig haben; Kinder, die noch nicht im Stande sind, selber zu urteilen, was Gut und Böse ist. Ein ungehorsamer Christ ist ein unreifer Christ. Hier deutet der Schreiber an, dass der Ungehorsam seine Wurzel im Mangel an Verständnis von Gut und Böse hat. Das Wort Gottes kräftigt und befähigt uns zu sehen, was Gott gefällt und was nicht.

Dadurch, dass das Böse nach dem Sündenfall Einfluss bekam auf die Menschheit, begann es zudem, das göttliche Wissen über Gut und Böse zu verwirren. Manchmal merken wir nicht einmal, dass der Geist der Verwirrung auch bei uns am Werk ist. Der Humanismus ist in unseren Breitengraden ein Gedankengut, das sich sehr mit der Kirche und der Lehre unter Christen vermischt hat. Humanistische Gedanken hören sich so gut an: Abtreibung; um Frauen zu schützen; Homosexualität gutheissen, denn Liebe ist Liebe; weisse Magie in mancher Alternativmedizin, da es ja heilt und gut ist... Was aber ist es, was Gott zu diesen Themen zu sagen hat? Kennen wir die Bibel? Kennen wir Gottes Herzschlag? Vertrauen wir darauf, dass Gottes Gedanken gut sind, oder klingen sie zu hart, sodass wir sie durch unser Gutdünken ersetzen? Es ist für uns grundlegend und höchst wichtig, zwischen dem Guten und dem Bösen unterscheiden zu können. Durch Jesus haben wir den Zugang zu Gott und zur Wahrheit wieder erlangt und sind dem Geist der Verwirrung nicht mehr machtlos ausgesetzt. Es liegt in unserer Verantwortung, Gottes Wahrheit unsere Aufmerksamkeit zu schenken, ihm zu vertrauen und uns von ihm leiten zu lassen. Jesus, die Botschaft, die Wahrheit, das zweischneidige Schwert: sie sind alle dasselbe und bringen Klarheit in unsere Verwirrung. Wollen wir ihm zuhören, uns demütigen und uns von ihm belehren lassen? Oder denken wir noch immer, dass wir es selber besser wissen? Bewahren wir unser Herz, unser Denken, unsere Entscheidungen mit allem Fleiss oder lassen wir uns vom Bösen verleiten? Halten wir an der guten Botschaft Jesu fest oder fallen wir zurück in Selbstgerechtigkeit?

Mein Sohn, hör gut zu und pass auf, was ich dir sage! Verachte meine Worte nicht, sondern präg sie dir fest ein! Sie sind der Schlüssel zum Leben und erhalten deinen ganzen Körper gesund.

Sprüche 4, 20-22